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Weinlese

Weinlese ist größtenteils Handarbeit. Die Pflücker müssen in gebückter Haltung die Blätter auseinander schieben und die reifen Trauben herauszuschneiden.

Die Arbeit beginnt schon im Winter, in der Jahreszeit, in der sich die Rebstöcke wieder erholen sollen. In Ländern mit kalten Wintern, etwa in Kanada, Österreich und Deutschland sind aber zum Teil jetzt noch Trauben am Rebstock. Sie sollen noch süßer werden, wenn möglich gefrieren, um dann zu einem konzentrierten Eiswein verarbeitet werden zu können. Im Winter müssen die Rebstöcke auch zurück geschnitten werden, denn dies ist für den Ertrag wesentlich. Entscheidend wirkt sich aus, wie viele Fruchtruten und Augen an jedem Rebstock belassen werden. Im Frühling treiben die beim Winterschnitt am Stock verbleibenden Augen aus. Jetzt darf die Temperatur keinesfalls unter minus 5 Grad sinken, denn dann erfrieren die Triebe. Frostschutzmaßnahmen sind beispielsweise Heizöfen zwischen den Rebzeilen oder auch Hubschrauber, die über den Weinbergen kreisen und die Luft erwärmen sollen. Später jedoch können Schädlinge die Triebe bedrohen.

Der Wein blüht ca. zwölf Wochen nach dem Austrieb für etwa ein oder zwei Wochen. Werden die Blüten befruchtet, so entwickeln sich aus den Blüten Beere. Das Wetter ist auch hier entscheidend für den Ertrag.

Im Sommer ist Sonne von Nöten, um die Weintrauben zum Reifen zu führen. Bei der Grünlese werden einige Trauben vom Stock geschnitten, wenn zu viele Trauben am Stock hängen; die restlichen Weintrauben können dann besser reifen. Auch Blätter werden weg geschnitten, damit die Sonnen direkt auf die Früchte scheinen kann. Netze müssen nun gespannt werden, damit die Vögel nicht ernten können. Mit jedem Tag der Reife werden die Trauben weicher und sie verfärben sich mehr, der Säurepegel sinkt. Diese Reifephase nennt man véraison. Damit die Trauben nicht austrocknen, muss es ab und zu regnen oder es muss künstlich bewassert werden, wenn der Regen ausbleibt.

Der Herbst ist die Erntezeit. Der Lesezeitpunkt muss bestimmt werden. Wenn die Trauben trotz Reife noch einige Tage hängen bleiben, steigt das Mostgewicht weiter an. Das lässt sich nur mit einem Blick auf die Wettervorhersage festlegen. Die Lese ist die Ernte, die Traben werden behutsam in die Kellerei gebracht, gepresst und zu Wein gemacht.