RebpflegeWichtig für die Qualität des Weins ist auch die Rebpflege. Wichtig ist beispielsweise, wie dicht die Reben nebeneinander stehen und in welcher Form sie geschnitten und erzogen werden. Eine gute Laubpflege führt zu reiferen Trauben, die fruchtbetonte Weine liefern. Wenn die Trauben dann auch entrappt werden, so bekommt man Weine, die spätestens zwei Jahre nach der Ernte getrunken werden können. Das kommt dem gegenwärtigen Trend zu jungen Weinen entgegen. Ansonsten kann die Weinreife durchaus fünf Jahre dauern. Die Bestockungsdichte in Nordfrankreich, wo das Klima feucht ist, stehen bis zu 10.000 Rebstöcke pro Hektar. In heißen und trockenen Regionen, etwa in den ebenen Spaniens, stehen nur 1400 Rebstöcke pro Hektar, denn dort bracht die einzelne Rebe viel mehr Raum, um sich mit Wasser zu versorgen. Der Abstand zwischen den Rebzeilen ist in der Alten Welt und Neuen Welt ebenfalls sehr unterschiedlich. In der Alten Welt ist auf den Weinbergen genügend Platz, damit ein Mensch, früher ein Pferd, dort arbeiten kann. In der neuen Welt wurde für den Maschineneinsatz geplant; dort beträgt der Abstand zwischen den Rebzeilen bis zu drei Metern. Die Einfallrichtung von Sonne und Wind sowie die Erosion des Bodens und das Klima sind Kriterien, die für die Ausrichtung der Rebzeilen entscheidend ist, also, ob von Nord nach Süd oder von Ost nach West gepflanzt wird. Die Reberziehung ist in unterschiedlichen Ländern ebenfalls unterschiedlich. Das Goblet-System hat buschförmig wachsende Reben ohne Stützen. Viele Winzer führen die Reben auch an einem Drahtrahmen und können so das Wachstum gut steuern. Durch Rückschnitte werden zudem Krankheiten vermieden. Eine gute Luftzirkulation ist ebenfalls gegeben und der Traubenfäule wird so vorgebeugt. Das Guyotsystem, Cordonsystem, Bogensystem oder Pergolasystem als Erziehungssystem ist oftmals örtlich vorgegeben. Es werden regionale Gegebenheiten berücksichtigt. Die Gestaltung des Blattwerks der Reben wird oft mit Canopy management umschrieben. Wenn es stark regnet und die Blätter stark wachsen, müssen sie zurück geschnitten werden, um den Trauben wieder genügend Licht zu sichern. Der Umfang und der Zeitpunkt des Rückschnitts sind entscheidend für den Ertrag. Ein Rebstock kann ab dem dritten Jahr normal abgeerntet werden. Der Ertrag steigert sich dann bis zum 20. Lebensjahr. Danach lässt Quantität, nicht aber Qualität nach. Im Gegenteil, die Qualität steigert sich im Alter und auf vielen Weinetiketten kann man dann lesen: vieles vignes oder old vines, was beides alte Reben bedeutet. Geschützt ist dieser Begriff aber nicht. Qualität bedeutet hohes Mostgewicht der Trauben, also viel Traubenzucker. Der Traubenzucker wird durch einen entsprechenden Säuregehalt ausgeglichen. Und mit dem Zuckergehalt steigen auch die Aromen des Weins an. |
