Der richtige Boden für die Weinreben

Die richtigen Reben müssen an der richtigen Stelle eingepflanzt werden. Eine Hanglage ist ideal, denn Reben, die auf ebenen Feldern stehen, bekommen weniger Sonnenlicht, stehen meist feuchter und sind so frostgefährdet. Von den Hanglagen ist die mittlere Hanglage die beste, denn die untere Hanglage leidet oft, besonders in der Nähe eines Flusses, unter Feuchtigkeit. Auf der halben Hanghöhe hat man also Sonne und die Weinstöcke sind gut entwässert. Die obere Hanglage setzt die Trauben niedrigen Temperaturen aus, die die Traubenreife beeinträchtigen können. Oben auf dem Hangrücken ist es zu windig und zu kalt.

Nicht jede Rebe mag jeden Boden. Der Boden, d.h. dessen Drainageeigenschaft, wirkt sich auf den Geschmack des Weins aus. Ein feuchter Boden ist immer kalt, ein gut entwässerter Boden hingegen ist warm. Es ist die bestimmte Temperatur des Bodens, nicht der Luft, die den Wein knospen lässt. Das soll nun aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass ein wasserdurchlässiger Boden immer besser als ein dichter, feuchter Lehmboden ist. Ein wasserdurchlässiger Boden ist anfälliger bei Frost und er reflektiert oft zu viel Sonne und Hitze. Kühle Lehmböden sind also eventuell besser für frühe Rebsorten, etwa die Merlot, um deren Reifung zu bremsen. Dadurch bekommt der Wein mehr Struktur.

Hier einige Beispiele für den Einfluss des Bodens auf den Geschmack des Weins. Ein Chardonnay, auf Kalkstein gepflanzt, mineralische Feuersteinaromen, so in Chablis. Auf Kreideböden, etwa in Kalifornien, schmeckt der Chardonnay viel wuchtiger.

Es werden vier Bodenarten unterschieden: Kreide, Granit, Kies und Schiefer.

Kreide ist wasserdurchlässig, die Rebstöcke müssen deshalb tief wurzeln. Einige Rebsorten entwickeln auf Kalkböden, etwa der Chardonnay, ausdrucksstarke Weißweine. Trauben, die auf Kalkstein wachsen, sind durch ihre Säure gekennzeichnet, etwa der Champagner, Chablis und Sancerre.

Granit ist eine Art Reflektor der Sonne: die Sonnenstrahlen treffen auch vom Boden aus die Trauben. Das führt zu wuchtigen Rotweinen, wie etwa der Châteauneuf-du-Pape.

Kiesböden zwingen die Reben ebenfalls tief zu wurzeln. Auf gut entwässerten, mageren Böden gedeihen die Reben am besten, denn hier müssen sie diese tiefen Wurzeln bilden, um Nährstoffe aus dem Boden zu bekommen. Cabernet Sauvignon ist die ideale Rebe für diesen Typ von Boden. Ist dem Kies beispielsweise Lehm beigemengt, dann ist die Säure des Weins geringer als etwa auf Kalkstein wachsenden Reben.

Schiefer ist ein mineralstoffreiches Gestein. Es hat die Fähigkeit, Wärme zu speichern. Dies ist in Regionen günstig, die wenig Sonne haben, etwa an der Mosel.

Innerhalb eines Weinberges können die Bodenbeschaffenheiten durchaus unterschiedlich sein. Weine aus unterschiedlichen Parzellen können sehr unterschiedlich sein, wie typischerweise in Burgund oder Bordeaux. Der französische Begriff Terroir kennzeichnet dieses Zusammenspiel von Boden, Lage und Klima.