Weinländer
England - englischer Wein
Wein aus England - englischer WeinIn England wird Wein seit der römischen Zeit angebaut. In der römischen Provinz Britannien gehörte der Wein bereits zum Haushalt. Das weiß man durch Funde von römischen Trinkgefäßen und Weinamphoren. In Northamptonshire entdeckte man eine römische Villa mit ausgedehnten Weinbergen. Im Mittelalter war der Weinbau in England bedeutend. Man weiß, dass es im 11. Jahrhundert 38 Weinberge gab. Im Norden reichten sie bis Yorkshire. Worcestershire war für seinen Cufée Malvern berühmt. Als Heinrich II 1152 Eleonore von Aquitanien heiratete, fiel Gascogne an England und die Briten verloren das Interesse am Weinbau, denn der Wein konnte nun aus Frankreich eingeführt werden. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts begannen die Briten erneut mit dem Weinbau. Es war in Hambledon in Hampshire wo man den ersten Weinberg anlegte. Heute gibt es über 100 Weinbauer in England mit einer Rebflächen von etwa 900 Hektar. Die gewonnene Erfahrung bringt immer bessere Weine hervor und auch der Weintourismus blüht zunehmend auf, denn viele Weingüter haben ein Restaurant, Bistro oder Weinshop und bieten Führungen durch die Weinberge und veranschaulichen die Weinherstellung. In England produziert man sehr gute Schaumweine, denn die Kalkböden des Landes entwässern den Boden gut und das kühle Klima bringt die notwenige Säure. Beim Schaumwein greift man in England hauptsächlich auf Pinot Noir zurück. Englischer Rotwein wird nun allmählich auch aus Pinot Noir hergestellt. Englische Weißweine haben ein Aroma von Apfel, Stachelbeere und Holunderblüte. Man baut sie trocken und halbtrocken, off dry, an. Angebaut wird nach den Methoden der anderen nordeuropäischen Länder. In England überwiegen die Rebsorten Müller-Thurgau, Seyval Blanc und Reichensteiner. Auf dem Vormarsch sind aber Chardonnay, Pinot Blanc, Dornfelder und Bacchus. Es gibt auch noch Pinot Noir und Schönburger. Die roten Rebsorten und ihre Trauben haben es im kühlen, rauen Klima schwer, sie reifen langsam und die Winzer überspannen sie mit Plastikplanen. Großbritannien hat keine offiziell ausgewiesenen Weinregionen. Wein wird jedoch nur in England und Wales angepflanzt. Die meisten von den Weinbergen liegen im Süden von England und Wales, allerdings gibt es in fast allen englischen Grafschaften Weinberge. Es ist klar, woran der Weinbau in England und Wales leidet: wenig Sonne, viel Regen. Deshalb müssen die Standorte sehr sorgfältig ausgewählt werden und die Anbaumethoden auf das Klima abgestimmt sein. Seit 1992 gibt es mit der Quality vine scheme eine offizielle Klassifizierung für englische und walisische Weine. Qualitätsweine erhalten die Deklaration als English vineyard quality vine oder Welsh vineyards quality vine. Nach den Normen der EU dürfen Hybridsorten, etwa der Seyval Blanc, nicht den Status eines Qualitätsweins haben. Als Konsequenz wurde 1997 das Regional vine scheme geschaffen und damit die Bezeichnung English countries regional vine eingeführt. Nach Ansicht von Experten wird englischer Rotwein in einigen Jahrzehnten zu den begehrtesten Rebsäften der Welt gehören. Die Klimaveränderung werde dafür sorgen, dass große Hügelregionen im Norden Englands zu hervorragenden Anbaugebieten für die Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot werde. |
